Ausbilderberatung der Holztechnik am RBB Müritz

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Am 11. März fand die traditionelle Ausbilderberatung der Holztechnik am RBB Müritz statt. Im Abstand von zwei Jahren lädt die Berufsschule alle an der Ausbildung Beteiligten zu einem gemeinsamen Treffen nach Waren an der Müritz ein.
Der Einladung des Fachbereiches folgten die Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg, die beiden Handwerkskammern Schwerin und Ostmecklenburg-Vorpommern, der Landesverband Tischler Schreiner Deutschland sowie die am Prüfungswesen beteiligten Kreishandwerkerschaften, Innungen und Prüfungsausschüsse.
Von den Ausbildungsbetrieben kamen die Inhaber/ Geschäftsführer und die mit der Ausbildung beauftragten Ausbildungsmeister und Verantwortlichen.
Inhaltlich wurden die  Teilnehmenden über den Entwicklungsstand am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Müritz, durchgeführte Projekte sowie über die Hilfe und Unterstützung der Auszubildenden durch die Schulsozialarbeit informiert.  Zudem berichteten Auszubildende aus unterschiedlichen Innungen über die verschiedenen Vorgehensweisen im Prüfungswesen der Innungen und Kreishandwerkerschaften. Durch einen Einigungs- und Abstimmungsprozess wird unter der Leitung des Landesverbandes TSD- MV ein gemeinsames Prüfungswesen gestaltet.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt in diesem Jahr war die Einführung von CAD (Computer-aided  Design = Computer unterstütztes Design) in die Lernfelder und die damit verbundene Ausgestaltung und Umsetzung in den Lernsituationen. Die zwölf Lernfelder in der Berufsausbildung im Bereich Holztechnik werden durch Kundenaufträge konkretisiert, welche direkte Praxisbezüge zum betrieblichen Handeln ermöglichen. Das Konstruieren in 3 D stellt eine logische Ergänzung zur Produktgestaltung dar. Inhaltlich veranschaulichte der Fachbereich den engen Zusammenhang zwischen Kundenauftrag und Bedeutung der virtuellen Darstellung mittels CAD.
Am RBB Müritz wird die Ausbildung der Lehrlinge auf künftige Arbeitswelten ausgerichtet. Das ist notwendig, da die technische Entwicklung und die Anwendung künstlicher Intelligenz die Arbeitswelt verändert und in Zukunft das Tischlerhandwerk vor große Veränderungen stellt. Die Automatisierung als Folge von Algorithmen in der Datenverarbeitung in Verbindung mit Robotertechnik verändert die Produktionsbedingungen wesentlich. Durch einen hohen Automatisierungsgrad werden Arbeitskräfte eingespart, Abläufe optimiert und die Stückkosten gesenkt. Gleichzeitig wird der Individualisierungsgrad erhöht. Auf Seite der Kunden haben die Tischlereien einen Wettbewerbsvorteil, die visualisierte Produktpräsentationen vor Auftragsvergabe den Auftraggebern anbieten und nach Auftragsvergabe direkt mit der voll automatisierten Fertigung beginnen.
Um den Lernenden, als auch den Betrieben der Region eine Chance für die Zukunft zu geben, ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler eigenmotiviert lernen. Um das zu ermöglichen, wurden nach Rahmenlehrplan didaktische Jahresplanungen im Fachbereich Holztechnik entwickelt, die ein eigenständiges Lernen der Schülerinnen und Schüler ermöglichen. Die Berufsschule ging in ihrem Vortrag darauf ein, dass das verwendete CAD-Programm für Schülerinnen und Schüler leicht zu erlernen sei, sowie Unterlagen und Lehrmittel für die Unterrichtsgestaltung zur Verfügung stehen. Als bedeutsam wurde hervorgehoben, dass es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht wird, auch außerhalb der Schule und des Unterrichtes mit dem CAD-Programm eigenständig an Schulprojekten zu arbeite. Hier gilt das Motto „Das Konstruieren ist wie das Erlernen einer sprachlichen Fähigkeit, die ein umfassender anhaltender Prozess in der Lern- und Lebenswelt junger Menschen ist und nicht mit dem Klingelzeichen endet“.
Weiterhin wird im Fachbereich an der Verwendung von Scantechnik in der computergestützten Konstruktion gearbeitet. Ziel ist es, ein Aufmaß von unregelmäßigen Strukturen direkt in das CAD-Konstruktionsprogramm zu importieren und für die Arbeitsaufträge gemäß Rahmenlehrplan zu verwenden.
Im Anschluss an die Beratung wurde unter den Fachleuten über Themen der Arbeits- und Lernwelt der Auszubildenden als Folge von fortschreitender Technisierung und sich verändernden gesellschaftlichen Strukturen diskutiert.
Dem Fachbereich Holztechnik ist ein anregender Austausch zwischen den an der Ausbildung und Prüfung Beteiligen sehr gelegen. Ein gelebter Dialog zwischen allen Verantwortlichen fördert Verständnis, Rücksicht und Vertrauen. Wir danken für das rege Interesse und die aktive Teilnahme aller Beteiligten und freuen uns auf eine Fortsetzung der guten Zusammenarbeit!

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